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Pressemitteilungen
20.09.2011
CLEO besuchte Energiemesse in Brensbach
Zukunft - Energie - Region Odenwald

Der Odenwald ist eine zukunftsorientierte Region, welche die Branche der regenerativen Energien, der nachwachsenden Rohstoffe und der Energie-Effizienz als einen entscheidenden Wachstumsbereich der regionalen Wirtschaft erkannt hat. Die ländlich geprägte und weitläufige Landschaft sowie die direkte Nähe zu den Ballungsräumen Rhein-Main und Rhein-Neckar bieten hierbei einmalige Standortfaktoren. Durch die Nutzung von regionalen Ressourcen wie Biomasse, Wind, Sonne und Geothermie können Produkte, Dienstleistungen und know-how generiert werden, um lokale Wertschöpfungskreisläufe zu stärken sowie um die umliegenden Zentren als Absatzmärkte zu erschließen.
Neben den geografischen Faktoren hat der Odenwald auch hervorragend aufgestellte gesellschaftliche Strukturen, um Innovationen zu generieren, zu fördern und in eine wirt-schaftliche Nutzung zu bringen. Mit einer engen Verzahnung aller Institutionen aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik Verwaltung und Bildung ist es in einem breiten gesellschaftlichen Konsens gelungen, den Odenwald als Kompetenzregion für eine Zukunftsfähige Energiewirtschaft aufzustellen.
Der Odenwaldkreis hat sich daher das Ziel gesetzt, die regionale Energieversorgung langfristig bilanziell zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen zu decken. Mit dieser wichtigen zukunftsorientierten Entscheidung will der Odenwaldkreis nicht nur den Zielen im nationalen und internationalen Klimaschutz gerecht werden, die Kreispolitik sieht hierin auch eine bedeutende Chance die regionalen Wirtschaftskreisläufe nachhaltig zu beleben und in Zeiten schwerer Finanz- und Wirtschafts-Krisen Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region zu halten.
Die Kreisverwaltung erkennt hierbei ihre Vorbildfunktion an und schafft über Modellprojekte in öffentlichen Liegenschaften erste Marktpotentiale für regionale Firmen sowie Folgeaufträge über Multiplikationseffekte im privaten und gewerblichen Bereich. Zudem sind der Kreis und die Region schon mehrfach in Landes- und Bundeswettbewerben für seine Initiativen im Klimaschutz, zu regenerativen Energien sowie zur Energie-Effizienz ausgezeichnet worden. Hierdurch konnte sich der Odenwald als Kompetenzregion für eine zukunftsfähige Energiewirtschaft etablieren und seine innovativen Unternehmen als gefragte Know-how-Träger profilieren.
CLEO begleitete die 6. Energie-Messe in Brensbach mit einem Kooperations-Messestand von HeRo (Kompetenz-zentrum HessenRohstoffe (HeRo) e.V.), Hessen-Forst und dem Odenwaldkreis.
20.09.2011
Europäisches WAVE-Elektroautorennen
Michelstadt ist Etappenziel

Am 15. September 2011 gegen 16:00 Uhr hat ein Tross von mehr als zwanzig Elektro-fahrzeugen Zwischenstation auf dem Michelstädter Marktplatz gemacht. Teams aus Europa, der USA und Indien demonstrieren ausgereifte Lösungen, wie Mobilität alltagstauglich, sauber und ohne fossile Treibstoffe möglich ist. Das Europarennen wurde am 11. September in Paris gestartet und führt die elektrisch betriebenen Autos und Motorräder über 2.800 km in den Zielort Prag. Am 15. Septmber starteten zwanzig Teams von der IAA in Frankfurt aus in Richtung Odenwald. Die Vorstellung des Projektes, das erneuerbare Energien und elektrisch betriebene Fahrzeuge zum Durchbruch verhelfen möchte, erfolgte bei freiem Eintritt durch den Veranstalter Louis Palmer gegen 17:00 Uhr am historischen Rathaus.
Der Schweizer Louis Palmer, Spezialist in Sachen Elektromobilität, hatte bereits im August 2010 mit dem Zero Race, einem Rennen rund um mehrere Kontinente, in Michelstadt hohe Aufmerksamkeit erzielt. "Wer zehn Quadratmeter Solarzellen auf einem Dach montiert, produziert adäquate Menge Strom, um in den kommenden zwanzig Jahren gut 300.000 km zu 100 % sauber zurückzulegen," so Louis Palmer über den Sinn und Zweck des Projektes. "Wer aber für die gleichen Kosten Benzin kauft, kommt weniger als 50.000 km weit!", stellt der Träger des UNO Umweltpreies fest. CLEO unterstützte die Veranstaltung und gab Hilfestellung bei der Organisation.
22.06.2011
CLEO Fachkompetenz zum Thema EEG
(Erneuerbare-Energien-Gesetz)
Diskussionsrunde mit Dr. Michael Meister und Prof. Rolf Katzenbach in Reichelsheim

Prof. Dr.-Ing. Rolf Katzenbach (Direktor der Technischen Universität Darmstad, Energy Center) und Dr. Michael Meister (stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion des Bundestages) während der Diskussionsrunde mit den Besuchern des CLEO-Diskussionsforums zum Thema EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz).
Reichelsheim. Am 15. Juni 2011 fand in der Reichenberghalle in Reichelsheim ein Diskussionsforum zum Thema EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) statt. Zur Veranstaltung eingeladen hatte das CLEO-Netzwerk (Cluster Erneuerbare Energien Odenwald) unter Federführung der Brenergo GmbH, einer Tochtergesellschaft der Odenwald-Regional-Gesellschaft (OREG) mbH. Dr. Michael Meister, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion des Bundestages, und Prof. Dr.-Ing. Rolf Katzenbach, Direktor der Technischen Universität Darmstadt Energy Center, konnten als Referenten gewonnen werden. Schwerpunkt des Vortrages mit anschließender Diskussion war das neue Energiekonzept der Bundesregierung und die Novellierung des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz). Nach den Grußworten von Florian Voigt (Bereichsleiter Brenergo GmbH), Michael Vetter (Kreisbei-geordneter des Odenwaldkreises), Jürgen Walther (Geschäftsführer Odenwald-Regional-Gesellschaft (OREG) mbH) und Dr. Matthias Zürker (stellvertretender Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Bergstraße) begann Dr. Michael Meister mit der Vorstellung des neuen EEG. Die regionalen Politiker und Geschäftsführer versprachen sich durch die Veranstaltung eine gewisse Einflussnahme auf das Gesetz, das voraussichtlich am 9. Juli verabschiedet werden wird.
Schrittweiser Ausstieg aus
der Kernenergie bis Ende 2022
Nach der Nuklear-Katastrophe in Fukushima hat Deutschland die gesellschaftliche Entscheidung getroffen, seine Energieversorgung durch erneuerbare Energien zu decken. Der Ausstieg aus der Atomenergie bedarf einer systemischen Neuausrichtung, welche mit Kosten und Risiken behaftet ist, aber auch die Gelegenheit für einen nachhaltigen energiewirtschaftlichen Strukturwandel bietet. Deutschland ist Vorreiter auf dem Weg in die Energieversorgung der Zukunft und hat die Chance, als erste Industrienation die Wende zu einem hocheffizienten, erneuerbaren Energiesystem zu schaffen. Die Bürger und auch die Industrienation Deutschland bauen auf die Zuverlässigkeit, dass Strom zu jeder Tages- und Nachtzeit, in jeder Menge und zu bezahlbarem Preis vorhanden ist. So sieht Dr. Michael Meister die vorrangigen Ziele bei der Novellierung des EEG in der Versorgungs-sicherheit, der Bezahlbarkeit und der Umweltfreundlichkeit.
In seinem Impuls-Referat skizziert Herr Dr. Meister, dass das Risiko eines Black-outs so gering wie möglich gehalten werden soll. Durch das Abschalten von derzeit acht der siebzehn in Deutschland existierenden Atommeiler, verzichte man auf Energiereserven, die bislang besondere Verbrauchsspitzen gedeckt haben. Diese Reserven werden fehlen, bis in etwas zwei Jahren mit dem Ausbau von regenerativen Energien und durch den Ausbau von konventionellen Kraftwerken, wie z.B. Kohlekraftwerken, Ersatz geschaffen ist. Sollte dieser Weg den Strombedarf deutschlandweit nicht ausreichend decken, behält sich die Bundesregierung auch vor, stillgelegte Atomkraftwerke wieder ans Netz zu nehmen. Schnellere Wege beim Netzausbau erhofft man sich durch das Netzausbaube-schleunigungsgesetz, welches zukünftig zentral auf Bundesebene gesteuert wird. Bisher lag die Verantwortung bei den Ländern. Auf diesem Weg erhofft man sich, die Genehmigungsverfahren für den Netzausbau um die Hälfte, also auf etwa fünf Jahre zu minimieren. Immerhin ist für den Umstieg auf regenerative Energien eine Trassenerweiterung um rund 4.000 Kilometer erforderlich.
Dabei soll laut Herrn Dr. Meister die Bezahlbarkeit des Stroms im Fokus bleiben. Letztendlich werden Preissteigerungen an den Verbraucher weitergegeben werden müssen. Kosteneffizienz strebt man durch intelligente Netze an, die die Verbraucherprofile kennen und auch steuern können. Erzeuger sollen ihren Strom dann ins Netz stellen, wenn er gebraucht wird. Man arbeitet hierzu an einem vernünftigen Management an neuen, effizienten System zur Stromspeicherung.
Ein weiterer Faktor bei der Novellierung des EEG ist die Klima- und Umweltverträglichkeit. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung soll von heute gut 17 % bis 2020 auf 35 % verdoppelt werden. Hierbei setzt man – sehr zum Leidwesen der Odenwälder Unternehmensvertretern – verstärkt auf Offshore-Parks. Erlöse aus den Auktionen der Emissionszertifikate werden für Förderprogramme und unterstützende Maßnahmen zur Verfügung gestellt. Aus diesem und anderen Finanztöpfen können beispielsweise energetische Gebäudesanierungsmaßnahmen unterstützt werden. Besondere Anreize werden daneben für den Handel von Öko-Strom an freien Börsen geschaffen.
Weiterer Weg
Die Bundesregierung wird die geplanten Maßnahmen mit einem konsequenten Monitoring-Prozess begleiten. Man plant eine übergeordnete und unabhängige Stelle einzurichten, die sich mit dem Erreichen der energiewirtschaftlichen Ziele Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit auseinandersetzt und kontrolliert. Der europaweite Atomausstieg wäre ein wünschenswert nächster Schritt, allerdings ist dieser kurzfristig nicht in Sicht.
Dr. Michael Meister und Prof. Dr.-Ing. Rolf Katzenbach waren sich einig, dass viel Potenzial im Bereich der Geothermie liegt. Hierzu bedarf es allerdings noch einiger Forschungsarbeit um diese unerschöpfliche Energiereserve aus dem Erdinneren effizient für die Stromversorgung nutzen zu können.
Der Odenwald ist mit den bereits gestarteten Maßnahmen und seinem Ziel eine 100%-Erneuerbare Energie-Region zu werden auf dem richtigen Weg. Ein weiterer wichtiger Schritt für die Region ist die Entstehung des „Haus der Energien“, welches derzeit durch die Energiegenossenschaft Odenwald e.G. auf dem ehemaligen Gelände der Erbacher Brauerei entsteht. Diese Einrichtung wird zukünftig der regionale Knotenpunkt für alle Strukturen und Akteure rund um das Thema zukunftsorientierte Energiewirtschaft werden.
26.05.2011
Zukünftige Energiepolitik im Blickpunkt
Unternehmen diskutieren am 15.06.11 in Reichelsheim mit Dr. Michael Meister (MdB) über die zukünftige Energiepolitik der Bundesregierung - Veranstaltung des Cluster Erneuerbare Energien Odenwald (CLEO)
Reichelsheim. Mit der Natur- und Nuklear-Katastrophe in Japan ist eine öffentliche Diskussion um den Atomausstieg in Deutschland neu entflammt und die Bundesregierung sucht derzeit mit einem neuen Energiekonzept und der Novellierung des Energieeffizienzgesetzes (EEG) nach Wegen zum Atomausstieg.
Die Neuausrichtung des EEGs hat – positiv wie negativ – direkte Auswirkungen auf den deutschen Mittelstand und kann gerade in ländlichen Räumen wie dem Odenwald erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung der zukunftsorientierten Wachstumsbranche im Bereich der Erneuerbaren Energien und Energie-Effizienz-Technologien haben. Aber auch auf Unternehmen aus energieintensiven Branchen werden sich nach der EEN-Novellierung auf neue Rahmenbedingungen einstellen müssen.
Um diese entscheidende Weichenstellung aktiv zu begleiten, bietet das Cluster Erneuerbare Energien Odenwald (CLEO) seinen Mitgliedsfirmen – aber auch allen anderen interessierten Unternehmen in der Region – am 15.06.11 in Reichelsheim ab 15.00 Uhr ein Forum an, in dem sie die aktuellen Entwicklungen mit Dr. Michael Meister, Mitglied des Deutschen Bundestages und Mitglied der Koalitionsarbeitsgruppe „Energie“ sowie Vertretern der regionalen Politik diskutieren können. Moderiert wird die Veranstaltung von Prof. Dr.-Ing. Rolf Katzenbach, Direktor des Energy Centers der TU Darmstadt.
Mit diesem Forum will das Cluster Erneuerbare Energien (CLEO) den Unternehmen aus der Region aktuelle Informationen zur EEG-Entwicklung an die Hand zu geben, damit diese ihre strategische Ausrichtung und Entscheidungen auf die zu erwartenden Regelungen in der Energiepolitik abstimmen können. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Anmeldungen und weitere Informationen :
Cluster Erneuerbare Energien Odenwald (CLEO)
Brenergo GmbH
Corinna Jöckel
Telefon: 06062 9433-80
Mail: joeckel@oreg.de
Hintergrundinformationen zum Cluster Erneuerbare Energien Odenwald (CLEO):‘
CLEO ist ein Kompetenznetzwerk unter der Führung der Brenergo einer Tochtergesellschaft der Odenwald-Regional-Gesellschaft (OREG) mbH, das sich zu Aufgabe gemacht hat, die Interessen seiner aktuell rund 45 Netzwerkpartner zu bündeln und Synergieeffekte zu erzielen. Die Mitglieder erhalten Unterstützung:
- bei der Suche nach Kooperationspartnern
- durch Weiterbildungsmaßnahmen
- beim Wissens- und Technologietransfer
- durch regelmäßigen Erfahrungsaustausch und Fachinformationen
- bei der Projektanbahnung und -initiierung
- beim Akquirieren von Fördermitteln
- im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.
CLEO versteht sich damit als Impulsgeber, der die aktive Zusammenarbeit innerhalb des Clusters Erneuerbare Energien Odenwald fördert und damit für den Wirtschaftsstandort Südhessen erreicht, dass die Entwicklung von innovativen Energietechnologien und Know how „made in Südhesssen" forciert und der technologische Vorsprung im Bereich der Erneuerbaren Energien und der Energie-Effizienz weiter ausgebaut wird. Eine Mitarbeit im CLEO steht allen Einrichtungen und Unternehmen aus Südhessen, die auf dem Gebiet der regenerativen Energien, nachwachsenden Rohstoffen oder Energie-Effizienz tätig sind, offen. Das Cluster Erneuerbare Energie Odenwald (CLEO) wird vom Land Hessen und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.
Weitere Informationen unter: www.odenwald-cleo.de
10.05.2011
Meinungsaustausch gewünscht
Cluster Erneuerbare Energien Odenwald (CLEO) eröffnet Diskussionsforum
zum Thema regenerative Energien im Odenwald
VON ANITA DICKHAUT
Das Thema regenerative Energien im Odenwald gewinnt immer mehr an Bedeutung.
Auch das Interesse der Bürger zu diesem Thema nimmt stets zu. Nicht nur durch
die Atomkatastrophe in Fukushima steht ein Umdenken bei der Deckung unseres
Energiebedarfes an. Bereits 2010 wurde im Kreistag der Beschluss gefasst, den
Odenwaldkreis zu einer 100%-Erneuerbaren Energie-Region auszubauen. Jetzt heißt
es: Neue Wege zu gehen und die daraus resultierenden Chancen für den Odenwald
zu nutzen, ihn als Energieproduktionsstandort zu entwickeln und die damit verbundenen
Wachstumspotenziale auszuschöpfen.
Ziel ist, die Lebens- und Arbeitsbedingungen vor Ort zu verbessern. Um robuste Energieversorgungssysteme zu etablieren, muss ein Mix aller erneuerbaren Energien
erreicht werden. Die größten Potenziale liegen im Odenwaldkreis im Bereich der Biomasse
und der Wind- und Sonnenenergie. Es gibt viel Ideen und Meinungen, wie zukünftig
die Energieversorgung im Odenwald aussehen kann. Diskutieren Sie mit, sagen Sie
Ihre Meinung oder geben vielleicht sogar ganz neue Anregungen. Auf der Homepage
des Clusters Erneuerbare Energien Odenwald (CLEO) www.odenwald-cleo.de wurde
ein Diskussionsforum eingerichtet, an dem sich alle interessierten Unternehmen (auch
wenn sie kein Mitglied des Clusters sind) sowie Mitbürgerinnen und Mitbürger beteiligen
können.
24.03.2011
Modellprojekt KlimaRegio „Darmstadt-Dieburg – Odenwaldkreis“ startet durch
Darmstadt-Dieburg/Odenwaldkreis. Bei der Auftaktveranstaltung diskutierten Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter aus beiden Landkreisen über zukünftige Klimaschutzmaßnahmen vor Ort

Dr. Peter Moser, deENet (Projekt begleitende Fachbetreuung), 1.KB Christel Fleischmann (LaDaDi), Landrat Dietrich Kübler (ODW), Rüdiger Schweer, HMUELV Referatsleiter Klimaschutz und Klimawandel (v.l.)
Die KlimaRegio-Auftaktveranstaltung im Kreishaus Kranichstein war ein weiterer wichtiger Beitrag zum Klimaschutz in Südhessen. Nachdem im Januar 2011 die beiden Landkreise Darmstadt-Dieburg und Odenwaldkreis für ihre Bemühungen im Klimaschutz als KlimaRegio vom Hessischen Umweltministerium ausgezeichnet wurden, starten nun die Erarbeitung und Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen vor Ort. Zunächst stehen investive Maßnahmen im Schul- und Gebäudebereich im Vordergrund. So sollen mit dem Umbau des Lüftungssystems im Kreishaus in Kranichstein rund 350 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden werden. Im Odenwaldkreis steht die Sanierung von Heizungsanlagen in Schulgebäuden im Vordergrund. So werden Ölkessel aus den 1980er Jahren durch innovative Pellet- und Holzhackschnitzelanlagen ersetzt. Dadurch können an der Rodensteinschule in Fränkisch-Crumbach sowie an der Carl-Weyprecht-Schule in Bad König und weiteren Maßnahmen etwa 500 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.
Rüdiger Schweer vom hessischen Umweltministerium verdeutlichte die Intention des Förderprogramms: „Mit dem Modellvorhaben KlimaRegio wird gemeinsam mit den beteiligten Landkreisen ein neuer Förderansatz für den Klimaschutz erprobt. Die CO2-basierte Förderung ist ein Novum in Hessen. So sollen Maßnahmen aufgespürt werden, die mit überschaubaren Investitionen und niedrigen Kosten eine möglichst hohe CO2-Einsparung erzielen. Damit soll ein Beitrag für die Wertschöpfung vor Ort geleistet und die Vorbildfunktion der Landkreise gestärkt werden.“
Der Landrat des Landkreises Darmstadt-Dieburg, Klaus Peter Schellhaas, betont, dass der Kreis sich seiner Verantwortung für den Klimaschutz stellt und sich aktiv die Einsparung von CO2 engagiert. „Investitionen in die energetische Sanierung sind Investitionen in die Zukunft, sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht“, so der Landrat.
Der Umweltdezernent des Landkreises Darmstadt-Dieburg, Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann, ergänzt: „Um den Klimawandel zu bremsen und den CO2-Ausstoß zu verringern, sind Energieeffizienz und der Einsatz von erneuerbaren Energien ein Gebot der Stunde. Der Landkreis Darmstadt-Dieburg geht hier mit gutem Beispiel voran. Wir orientieren uns bei unseren Neubauten und bei den Sanierungen kreiseigener Gebäude insbesondere auch den Schulen am Passivhaus-Standard.“
Landrat Dietrich Kübler erkennt hier die Chancen: „Gerade die ländliche Struktur des Odenwaldkreises kann uns helfen, im Klimaschutz auch ambitionierte Zielsetzungen wie die bilanzielle Eigenversorgung des Kreisgebietes mit Strom und Wärmeenergie zu erreichen. Mit den angestoßenen Maßnahmen der Kreisverwaltung sowie privatwirtschaftlichen Initiativen zu erneuerbaren Energien und Energie-Effizienz kann sich die Region als Kompetenzstandort etablieren und regionale Wertschöpfung in dieser jungen Branche sichern.“
Dr. Peter Moser vom Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien (deENet), welches das KlimaRegio-Projekt fachlich begleitet, verdeutlichte den umfassenden Charakter von Klimaschutzprojekten: „Klimaschutz erschöpft sich nicht in der Umsetzung von einzelnen technischen Maßnahmen. Wenn es uns ernst ist, müssen wir an einer umfassenden Reduktion der Treibhausgase arbeiten. In der Konsequenz sind alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche auf ihren Beitrag zum Klimaschutz zu überprüfen. Die Landkreise können hierbei Impulsgeber und Moderator von Veränderungsprozessen in Gesellschaft und Wirtschaft sein.“
Hintergrund: KlimaRegio - Leuchttürme für den Klimaschutz
Mit dem hessischen Modellvorhaben "KlimaRegio - Leuchttürme für den Klimaschutz" soll der aktive Klimaschutz durch vorbildliche kommunale Anwendungsfälle, so genannte KlimaRegio-Projekte, in zunächst zwei KlimaRegionen unterstützt werden. Im Januar 2011 hatte Lucia Puttrich, Hessische Ministerin für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, die beiden Landkreise Darmstadt-Dieburg und Odenwaldkreis als eine von zwei KlimaRegionen ausgezeichnet. Bei den KlimaRegio-Projekten sollen innovative Maßnahmen und Systemlösungen mit einem hohen CO2-Einsparpotenzial zur Anwendung kommen. Bis zu einer Million Euro an Fördermitteln stehen in den kommenden zwei Jahren bereit.
Bei Rückfragen stehen Ihnen gerne zur Verfügung:
Landkreis Darmstadt-Dieburg
Roswitha Flemming, Umweltreferentin, Büro Kreisbeigeordneter,
Telefon 06151-881-1503, r.flemming@ladadi.de
Holger Gehbauer, technischer Betriebsleiter, Gebäudemanagement, Eigenbetrieb Da-Di-Werk,
Telefon 06151-881-2451, h.gehbauer@ladadi.de
Odenwaldkreis
Florian Voigt, Bereichsleiter BRENERGO (Gesellschaft für Breitband und regenerative Energien mbH),
Telefon 06062-9433-82, voigt@brenergo.de
16.02.2011
Der Odenwaldkreis zählt zu den
ausgewählten Klima-Regionen in Hessen
Landesregierung: Umweltministerin Lucia Puttrich ernennt Zusammenschluss
der Landkreise Odenwald und Darmstadt-Dieburg

Die Ernennung des Odenwaldkreises zur ausgewählten Klima-Region in Hessen erfolgte dieser Tage in Wiesbaden. Landes-Umweltministerin Lucia Puttrich überreichte die entsprechende Urkunde an Landrat Dietrich Kübler.
PRESSESTELLE LANDRATSAMT
Wiesbaden / Odenwaldkreis. Die Hessische Landesregierung unterstützt hessische Landkreise beim Klimaschutz. Umweltministerin Lucia Puttrich hat den Landkreis Gießen und den Zusammenschluss der Landkreise Odenwald und Darmstadt-Dieburg am 25. Januar 2011 in Wiesbaden zu „Klima-Regionen“ ernannt. „Jede eingesparte Tonne Kohlendioxid macht sich für diese Landkreise zukünftig bezahlt“, sagte die Ministerin. Bis zu einer Million Euro an Fördermitteln stehen in den kommenden zwei Jahren bereit, um diesen Landkreisen bei eigenen investiven Vorhaben jede eingesparte Tonne Kohlendioxid zu „vergüten“.
Wie das Umweltministerium berichtet, folgt die Förderung der beiden Klima-Regionen einem innovativem Ansatz: Gefördert wird nicht ein Anteil der Investitionskosten, sondern die Klimaeffizienz der Vorhaben. Für die Förderung der einzelnen Projekte der beiden Klima-Regionen wird die nachgewiesene CO2-Minderung über fünf Jahre errechnet. Für die ersten 100 Tonnen CO2-Vermeidung pro Jahr erhält der Landkreis dann jeweils 100 Euro pro Tonne. Für jede weitere Tonne bis zu 500 Tonnen vermiedenes CO2 gibt es 50 Euro. Für jede CO2-Vermeidung über 500 Tonnen pro Jahr werden 25 Euro gezahlt. Klimaschutz sei nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Teilnehmer finanziell attraktiv, merkte Puttrich an. Das Umweltministerium stelle beiden Regionen eine Fachstelle zur Seite, die sie bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der Vorhaben unterstützt.
Aktiver Klimaschutz
Wichtig sei, den Klimaschutz nicht nur global, sondern vor allem lokal voranzubringen, so die Ministerin. „Die drei Landkreise haben sich mit der Teilnahme im Modellvorhaben
,Klima-Regio’ vorgenommen, lokalen Klimaschutz aktiv durchzuführen. Sie haben sich dazu bekannt, innerhalb eines langfristigen Klima-Aktionsplans investive Vorhaben mit optimierter Technik zu planen und umzusetzen“, fügte Puttrich hinzu. Beispiele zeigten, dass es möglich sei, mit der Umstellung des Heizungsmanagements in Schulen rechnerisch bis zu 2.000 Tonnen Kohlendioxid in fünf Jahren einzusparen oder auch bei der energetischen Modernisierung von großen Wohnhäusern erhebliche Einsparpotenziale zu realisieren.
„Durch die KlimaRegio wollen die Kreise ihrer Verantwortung im internationalen Klimaschutz gerecht werden, denn dieses globale Problem kann nur durch lokale Maßnahmen gelöst werden. Zudem sehe ich große Chancen für den ländlichen Raum, mit einem beherzten Engagement für Klimaschutz, Energieeinsparungen und regenerative Energien regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze zu generieren“, erklärte Landrat Dietrich Kübler bei der Ernennung und Überreichung der Urkunden in Wiesbaden. Das Projekt „KlimaRegio“ ist eine von 55 Maßnahmen des Klimaschutzkonzepts Hessen 2012. Weitere sind beispielsweise die „BioRegios Holz“, der Energiesparwettbewerb „BioEffizienz-Dorf Hessen“ des Umweltministeriums oder das Projekt „Hessen aktiv: 100 Kommunen für den
Klimaschutz.<<
17.06.2010
Mit Energieeffizienz zu Gewinnsteigerung und CO2-Einsparung
Auftaktveranstaltung des ersten Energieeffizienz-Netzwerks Südhessens
VON ANITA DICKHAUT
Erbach. Energieeffizienz bedeutet Gewinnsteigerung und Energieoptimierung – zu dieser Erkenntnis sind mittlerweile viele Unternehmer aus den unterschiedlichsten Branchen gekommen.
Aus diesen Gründen haben sich elf namhafte Unternehmen der Region zum ersten Energieeffizienz-Netzwerk Südhessen (EEN) zusammengeschlossen. Das Netzwerk wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Ziel des Netzwerkes ist die Ausarbeitung eines individuellen Energieoptimierungskonzeptes für alle teilnehmenden Betriebe.
Grußworte zur Auftaktveranstaltung sprach Landrat Dietrich Kübler, der sich über die Erkenntnis, besonders freute, dass es immer noch Möglichkeiten zur Energieoptimierung gibt, zumal die Akteure im Odenwaldkreis auf diesem Gebiet schon sehr aktiv sind wie zum Beispiel mit dem CLEO-Netzwerk (CLEO - Das Kompetenznetz für neue Energie!) oder der Gründung der Energiegenossenschaft Odenwald eG. Ein Team, bestehend aus der Odenwald-Regional-Gesellschaft (OREG) mbH, vertreten durch Gabriele Seubert, Quint sdi GmbH, vertreten durch Matthias Volk, Arqum GmbH, vertreten durch Carmen Kolonko, und der HEAG Südhessische Energie AG, vertreten durch Zijad Lemes, koordinieren das EEN und stehen als Ansprechpartner zur Verfügung.
Unterstützt wird das Quartett von der Wirtschaftsregion Bergstraße/Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH. Die Vorteile dieses Netzwerkes liegen in der bereits erprobten und klaren Struktur, der wissenschaftliche Unterstützung des renommierten Fraunhofer Instituts, den zielstrebigen Umsetzungsmöglichkeiten der Maßnahmen und der finanziellen Förderung. Die Projektdauer ist bis Ende Juni 2013 festgelegt. Bis dahin gilt es, die spezifischen Zielvereinbarungen mit den elf Unternehmen umzusetzen. In der ersten Phase geht es darum, eine fachkundige Energieanalyse bei den einzelnen Unternehmen durchzuführen. Daraus resultieren die Zielvereinbarungen und ein Monitoring der Ergebnisse. Besonders interessant für die Teilnehmer ist der Erfahrungsaustausch, bei regelmäßigen Treffen.
Die Möglichkeit von Expertenvorträgen zu spezifischen Themen wird ebenso gewährleistet wie eine Hotline für die Netzwerkpartner, bei der sie unkompliziert, fachkundig und schnell bei aktuellen Problemen Hilfe bekommen. Aber auch bei formalen Dingen wie zum Beispiel der Erstellung von Fördermittelanträgen werden die Unternehmen durch den auf diesem Gebiet bereits erfahrenen Geschäftsbereich Wirtschaftsservice der OREG mbH unterstützt. Um von dem Netzwerk partizipieren zu können, muss man Energiekosten über 150.000 Euro pro Jahr nachweisen können, eine schriftliche Willenserklärung zur Einbringung des Engagements unterzeichnen, die aktive Teilnahme am Erfahrungsaustausch bekunden und natürlich einem seriösen Umgang mit allen vertraulichen Daten zustimmen. Ein jährlicher Statusbericht und der Vergleich des Analysejahres mit dem Basisjahr erfolgen unter Kooperation mit der Firma Arqum, der die Moderation des Netzwerkes obliegt. Bis Ende August können sich noch weitere drei
Unternehmen dem Netzwerk anschließen.Somit erhält die Region Unterstützung bei ihrem Ziel der CO2-Reduzierung und beteiligt sich aktiv an der Verbesserung des globalen Klimas. Umwelttechnologien werden zu einem der wichtigsten Zukunftsmärkte des 21. Jahrhunderts.
Deutschland und das Land Hessen haben sich das ehrgeizige Ziel gesetzt den Verbrauch endlicher Rohstoffe und die hohe Abhängigkeit von Importen, die mit den fossilen Rohstoffen verbunden sind, zu reduzieren. Hierfür soll zum einen der Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch bis zum Jahr 2050 von derzeit ca. 8 auf 50 Prozent erhöht und zum anderen sollen die eingesetzten Energien effizienter genutzt werden. Die Bildung dieses Netzwerkes ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Informationen:
Odenwald-Regional-Gesellschaft
(OREG) mbH
Gabriele Seubert
Marktplatz 1 - 64711 Erbach
Tel.: 06062 9433-62
E-Mail: seubert@oreg.de
25. Mai 2010
„Schüler in einem Handlungsfeld mit realem Bezug“
100 Schulen für den Klimaschutz – Odenwaldkreis sechsmal dabei

Für den Klimaschutz engagieren sich Schulen im Odenwaldkreis. Im Rahmen der Europawoche 2010 unterzeichneten in Michelstadt Vertreterinnen aus vier Bildungseinrichtungen die entsprechende Charta des Landes Hessen. Unser Bild zeigt sie zusammen mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Detlev Blitz (zweiter von rechts), der die Unterstützung des Kreises als Schulträger zusagte. Zum Bericht.
VON HORST KAMKE
Vier Schulen aus dem Odenwaldkreis haben am 06. Mai im Rahmen der Europawoche 2010 in Michelstadt die hessische Charta für den Klimaschutz unterzeichnet: Das Berufliche Schulzentrum Odenwaldkreis (BSO, Michelstadt), die Breubergschule Rai-Breitenbach, die Erbacher Schule am Sportpark und die Reichelsheimer Reichenbergschule. Sie folgten damit dem Beispiel der Oberzentschule (Beerfelden) und der Reichelsheimer Georg-August-Zinn-Schule, die diesen Schritt mit als erste gingen, nachdem das Land Hessen seine Initiative „100 Schulen für den Klimaschutz“ gestartet hatte.
Mit der Unterzeichnung verpflichten sich die Bildungseinrichtungen, energiesparende Maßnahmen umzusetzen und ein nachhaltiges Bewusstsein zu verbreiten. ,,Insgesamt sollen hessenweit an 100 Schulen der Ausstoß von Kohlendioxid und die Energiekosten gesenkt werden", verdeutlichte Susanne Stroh vom Hessischen Kultusministerium das Ausmaß der Initiative, bei der auch das praxisorientierte Lernen im Vordergrund stehen soll: „,Durch die Einbindung aller Maßnahmen in den Unterricht arbeiten die Schüler in einem Handlungsfeld mit realem Bezug“. Jede Schule erhielt dazu eine Klimakiste voller Unterrichtsmaterialien. Für die Lehrer werden Schulungs- und Fortbildungsmaßnahmen angeboten.
Jede teilnehmende Schule, so Susanne Stroh, werde dadurch in die Lage versetzt, Umwelterziehung sowie Klimaschutz in Arbeitsgemeinschaften oder als Wahlpflichtfach zu etablieren ,,und dadurch ihr Profil zu schärfen".
Am staatlichen Schulamt in Heppenheim besteht dazu ein dreiköpfiges Serviceteam. Von dort aus werden die Klimaschutzschulen des Odenwaldkreises in technischen wie pädagogischen Fragen beraten. Sie erhalten Unterstützung bei der Mittelbeschaffung oder in ihrer Öffentlichkeitsarbeit. Für die Umsetzung von Ideen stellte die Stiftung der Sparkasse Odenwaldkreis 7500 Euro zur Verfügung. Erster Kreisbeigeordneter Detlev Blitz sagte die Unterstützung des Odenwaldkreises als Schulträger zu.
Über den Kreis der Klimaschutzschulen hinaus sind alle Schüler ab der siebten Klasse zum Natur-pur-Award-Wettbewerb der Heag Südhessischen Energie AG (HSE) eingeladen, bei dem kreative Ideen und Konzepte zum Thema Umwelt- und Klimaschutz gefragt sind. Sie könnten „völlig neue Wege beschreiten“, zeigte sich HSE-Sprecherin Britta Sattig aufgeschlossen für die Lösungsvorschläge. Weitere Informationen dazustehen im Internet unter www.naturpur-award.de
25. Mai 2010
Blick auf Energiewende und Klimaschutz-Ziele der EU
Europawoche 2010: Mehr als 270 Schülerinnen und Schüler nutzen Gelegenheit zur Information
PRESSESTELLE LANDRATSAMT
Am 06. Mai fand die Odenwälder Hauptveranstaltung der Europawoche 2010 in der Odenwaldhalle in Michelstadt statt. Mit dem Blick auf den Titel „Zukunft der regenerativen Energien – Energiewende in Europa“ begrüßten der Leiter des Beruflichen Schulzentrums Odenwaldkreis (BSO) Peter Schug und Erster Kreisbeigeordneter Detlev Blitz für das Europe-Direct-Informationszentrum den Referenten Dr. Axel Berg, Vorsitzender der EuroSolar Deutschland (München). Berg berichtete ausführlich und einprägend gegenüber gut 270 Schülerinnen und Schülern über die Gefahren der aktuellen Situation in der Energieversorgung und die Vorteile einer in Fachkreisen längst als notwendig erkannten Energiewende. Insbesondere für eine ländliche Region wie den Odenwaldkreis führte er aus, dass eine dezentrale und von Importen unabhängige klimaschonende Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen die wirtschaftliche Wertschöpfung stärke, Arbeitsplätze schaffe und somit die Attraktivität der Region nicht zuletzt auch durch Zukunft sichernde Arbeitsplätze belebe.
Die gegenwärtigen Möglichkeiten der Energiegewinnung lägen in der Hand einiger weniger Großkonzerne, die - wie das dramatische Beispiel dieser Tage im Golf von Mexiko zeige - auch unvorstellbare Umweltkatastrophen zur Gewinnmaximierung einkalkulierten. Der Referent appelierte daher an die Jugendlichen, eine weltweite Energiewende gemeinsam zu tragen und mit zu gestalten.
Die Vertreterin der Europäischen Kommission in Deutschland, Claudia Guske (Berlin), referierte über die Maßnahmen, die seitens der Europäischen Union gegen den Klimawandel und dessen Folgen ergriffen werden. Die Bekämpfung des Klimawandels sei „eine unserer schwierigsten Aufgaben“, sagte sie. Würden nicht sehr rasch weltweit Maßnahmen getroffen, das Steigen der Temperaturen auf unserem Planeten zu stoppen, müsste die Menschheit mit katastrophalen Schäden rechnen, die nicht mehr zu reparieren wären. Im Dezember 2008 einigte sich die EU auf eine integrierte Strategie im Bereich Energie und Klimaschutz mit ehrgeizigen Zielen, die sie bis zum Jahr 2020 erreichen möchte. Damit, so Guske, wolle sich Europa auf den richtigen Weg begeben zu einer umweltgerechten Zukunft mit einer CO2-armen, energieeffizienten Wirtschaft. Geschafft werden soll dies durch die Senkung der Treibhausgas-Emissionen um 20 Prozent, die Verringerung des Energieverbrauchs um 20 Prozent dank verbesserter Effizienz sowie die Deckung von wiederum 20 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen.
Vor diesem Hintergrund beleuchtete Florian Voigt von der Gesellschaft für Breitband und regenerative Energien (Brenergo, Erbach) in einem Vortrag die derzeitigen Leitprojekte des Odenwaldkreises. Er stellte dabei den Park für grüne Technologien am Hainhaus und die ehrgeizigen Ziele der Umwandlung des Odenwaldkreises in eine Klimaschutzregion vor. Voigt unterstrich, dass sich neben positiven Effekten für Mensch und Natur auch viele berufliche Beschäftigungsfelder ergeben und im Odenwaldkreis schon jetzt zahlreiche von Firmen auf diesem zukunftorientierten Sektor tätig sind. Im Anschluss an die Referate und eine durchaus kritische Fragerunde unterzeichneten das Berufliche Schulzentrum Odenwaldkreis (Michelstadt), die Breubergschule (Rai-Breitenbach), die Erbacher Schule am Sportpark und die Reichelsheimer Reichenbergschule eine Charta zum Klimaschutz. Mit ihnen sind nun sechs Bildungseinrichtungen im Odenwaldkreis dieser Charte beigetreten, nachdem zuvor bereits die Oberzentschule Beerfelden und die Reichelsheimer Georg-August-Zinn-Schule diesen Schritt gingen.
Neben den Hauptveranstaltern - dem Beruflichen Schulzentrum und dem Europe- Direct-Informationszentrum - wurde die Europawoche 2010 im Odenwaldkreis von der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, dem Hessischen Kultusministerium, dem Hessischen Ministerium der Justiz, für Integration und Europa, dem Odenwaldkreis selbst, der Brenergo und der HEAG Südhessischen Energie AG (HSE) unterstützt.
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